Was bildete die zwei auffälligen Reihen langer Strukturen am Hals des Amargasaurus?
Amargasaurus cazaui war ein ungewöhnlicher Sauropode aus der frühen Kreidezeit Argentiniens. Sein auffälligstes Merkmal waren extrem verlängerte Neural- beziehungsweise Dornfortsätze seiner Wirbel. Die Halswirbel waren tief gegabelt, sodass jeweils zwei lange Fortsätze entstanden und entlang des Halses eine charakteristische Doppelreihe bildeten. Die ursprüngliche wissenschaftliche Beschreibung stellte fest, dass einige dieser Fortsätze ungefähr viermal so lang wie der jeweilige Wirbelkörper waren. Diese bizarre Anatomie gehört zur Familie der Dicraeosauridae, deren Mitglieder generell gegabelte und verlängerte Dornfortsätze aufweisen. Bei Amargasaurus war diese Entwicklung jedoch besonders extrem. Wie das Ganze am lebenden Tier tatsächlich aussah, ist weniger sicher. Rekonstruktionen zeigen Amargasaurus teilweise mit einem oder zwei Hautsegeln, teilweise mit einzeln hervortretenden hornartigen Strukturen oder einer stärker von Weichteilen bedeckten Rückenpartie. Eine histologische Untersuchung von 2022 untersuchte ausdrücklich, welche Weichteile mit diesen hyperverlängerten Knochenfortsätzen verbunden gewesen sein könnten. Die knöchernen Doppelspitzen selbst sind fossil belegt – ihre äußere Bedeckung und genaue Funktion dagegen nicht abschließend geklärt. Das Natural History Museum gibt für Amargasaurus eine Länge von etwa 12 Metern an und datiert ihn auf ungefähr 132 bis 127 Millionen Jahre vor heute. Fossilien stammen aus Argentinien.
Die zwei auffälligen Reihen am Hals von Amargasaurus wurden durch extrem verlängerte, gegabelte Dornfortsätze der Halswirbel gebildet.


