Welcher Franzose entwickelte als Jugendlicher das Schriftsystem aus sechs erhabenen Punkten, das heute weltweit von blinden Menschen genutzt wird?
Louis Braille entwickelte als Schüler am Pariser Institut für blinde Jugendliche ein neuartiges Schriftsystem, das aus Kombinationen von sechs erhabenen Punkten besteht. Eine vollständige Braille-Zelle besitzt zwei Spalten mit jeweils drei möglichen Punkten. Daraus lassen sich zahlreiche Zeichenkombinationen bilden. Die entscheidende Inspiration erhielt Louis Braille durch Charles Barbier, einen ehemaligen französischen Artillerieoffizier. Barbier hatte ein sogenanntes „Night Writing“ entwickelt, mit dem Soldaten Nachrichten mithilfe erhabener Punkte auch bei Dunkelheit lesen sollten. Sein System verwendete allerdings zwölf Punkte und war vergleichsweise kompliziert. Louis Braille erkannte das Potenzial der Idee und entwickelte daraus als Schüler ein wesentlich einfacheres System. Die Library of Congress beschreibt den entscheidenden Fortschritt so: Braille verkleinerte die Zelle auf sechs Punkte, sodass ein Finger die ganze Einheit mit einer Berührung erfassen konnte. 1829 veröffentlichte er erstmals eine ausführliche Beschreibung seiner Methode. Braille konnte nicht nur Buchstaben darstellen, sondern auch Zahlen, Satzzeichen, mathematische Zeichen und Musiknoten. Nach Louis Brailles Tod 1852 verbreitete sich sein System zunehmend international. 1878 beschloss ein Kongress in Paris, Braille als internationales Schriftsystem für blinde Menschen anzunehmen.
Louis Braille entwickelte das weltweit genutzte Schriftsystem aus sechs erhabenen Punkten.


