Wozu nutzen Dachse ihre unterirdischen Baue?
Europäische Dachse leben in unterirdischen Bausystemen, die im Englischen „setts“ genannt werden. Solche Baue bestehen aus Tunneln, Eingängen und verschiedenen Kammern und dienen vor allem als Schlafplatz, sicherer Rückzugsort und Ort für die Jungenaufzucht. Dachse sind hervorragende Gräber. Mit ihren kräftigen Vorderpfoten und langen Krallen können sie umfangreiche Gangsysteme anlegen. Besonders große Hauptbaue können über viele Generationen hinweg genutzt und immer wieder erweitert werden. Einige solcher Anlagen bestehen über sehr lange Zeiträume. Auch das Klima unter der Erde ist von Vorteil. In tieferen Bereichen eines Dachsbaus schwanken Temperatur und Luftfeuchtigkeit deutlich weniger als an der Oberfläche. Untersuchungen zeigen, dass dieses ausgeglichene Mikroklima insbesondere für die Aufzucht der Jungtiere von Bedeutung sein kann. Die Jungen kommen bereits im Winter zur Welt und verbringen ihre ersten Lebensmonate überwiegend unter der Erde, bevor sie im Frühjahr erstmals den Bau verlassen. Interessant ist außerdem, dass eine Dachsfamilie nicht unbedingt nur einen einzigen Bau besitzt. Innerhalb eines Reviers können mehrere unterschiedlich häufig genutzte Baue und Ruheplätze vorhanden sein.
Dachsbaue sind verzweigte unterirdische Systeme und dienen nicht nur als Schutzraum, sondern auch als wichtiger Ort für Ruhe und Nachwuchs.


