Warum legt das Schnabeltier Eier, obwohl es ein Säugetier ist?
Das Schnabeltier (Ornithorhynchus anatinus) ist tatsächlich ein Säugetier – und legt trotzdem Eier. Es gehört zu den sogenannten Kloakentieren oder Monotremen, einer sehr alten Entwicklungslinie der Säugetiere. Die heute lebenden Monotremen – Schnabeltier und Ameisenigel – sind die einzigen heute noch existierenden Säugetiere, die sich durch Eier fortpflanzen. Das Eierlegen ist kein Hinweis darauf, dass Schnabeltiere halb Vogel oder halb Reptil wären. Vielmehr haben Monotreme dieses ursprüngliche Fortpflanzungsmerkmal ihrer frühen Säugetiervorfahren im Laufe der Evolution beibehalten, während sich bei den übrigen Säugetierlinien die Lebendgeburt entwickelte. Ein weibliches Schnabeltier legt normalerweise ein bis drei weichschalige Eier, meistens zwei. Während der Brutzeit rollt sich das Weibchen zusammen und hält die Eier mit seinem Schwanz gegen den Bauch. Nach ungefähr zehn bis elf Tagen schlüpfen die Jungen. Und hier zeigt sich eindeutig, dass das Schnabeltier ein Säugetier ist: Die Mutter ernährt ihre Jungen anschließend mit Milch. Schnabeltiere besitzen allerdings keine Zitzen. Die Milch tritt über spezielle Bereiche der Haut aus und wird von den Jungtieren aufgenommen. Das Schnabeltier verbindet damit Merkmale, die auf den ersten Blick aus völlig unterschiedlichen Tiergruppen zu stammen scheinen.
Schnabeltiere sind eierlegende Säugetiere: Sie behalten ein ursprüngliches Fortpflanzungsmerkmal bei und ernähren ihre Jungen trotzdem mit Milch.


