Was wurde im vermuteten Mageninhalt eines Baryonyx-Fossils gefunden?
Baryonyx walkeri war ein Spinosauride aus der frühen Kreidezeit des heutigen England. Sein langer, schmaler Schädel und seine kegelförmigen Zähne ähnelten in verschiedener Hinsicht denen fischfressender Krokodile. Besonders bemerkenswert ist jedoch, dass wir über seine Nahrung nicht nur spekulieren müssen: Im Bauchbereich des Holotypus wurden Überreste seiner letzten Mahlzeiten gefunden. Dort entdeckten die Forscher säureangeätzte Fischschuppen und Fischzähne sowie Knochen eines jungen Iguanodonten. Das lieferte den ersten direkten Nachweis dafür, dass ein Theropodendinosaurier Fische fraß – zeigte gleichzeitig aber auch, dass Baryonyx offenbar nicht ausschließlich Fischfresser war. Baryonyx besaß außerdem besonders kräftige Vorderarme und eine gewaltige Kralle am ersten Finger. Beim ursprünglichen Exemplar misst diese Kralle ungefähr 31 Zentimeter. Welche Rolle sie beim Fischfang oder beim Zerlegen anderer Nahrung spielte, lässt sich allerdings nicht mit Sicherheit rekonstruieren. Gerade der Iguanodonten-Fund macht Baryonyx so interessant: Das populäre Bild vom reinen „Fisch-Dinosaurier“ ist wahrscheinlich zu einfach. Der erhaltene Mageninhalt spricht vielmehr für einen opportunistischen Fleischfresser mit abwechslungsreicher Nahrung.
Der Mageninhalt von Baryonyx enthielt säureangeätzte Fischreste und Knochen eines jungen Iguanodonten; das spricht für eine vielseitigere Nahrung als nur Fisch.


