Warum können große Kängurus kaum rückwärts laufen?
Kängurus besitzen eine sehr ungewöhnliche Fortbewegungsweise. Bei höherem Tempo bewegen sie sich mit kräftigen Sprüngen auf ihren beiden Hinterbeinen, während der lange Schwanz für Stabilität und Gleichgewicht sorgt. Die großen Hinterbeine sind ausgesprochen stark auf diese Vorwärtsbewegung spezialisiert. Bei langsamer Fortbewegung wird es noch interessanter: Kängurus verwenden ihren Schwanz praktisch wie ein fünftes Bein. Sie stützen Vorderbeine und Schwanz auf dem Boden ab und schwingen anschließend beide Hinterbeine gemeinsam nach vorne. Forschende bezeichnen diese Bewegungsform als pentapedale Fortbewegung. Genau diese Kombination aus großen Füßen, gemeinsam bewegten Hinterbeinen und kräftigem Stützschwanz macht normales Rückwärtsgehen äußerst schwierig. Vertreter der Familie der Kängurus können deshalb nicht einfach rückwärts laufen wie beispielsweise ein Mensch. Ganz absolut sollte man den bekannten Satz „Kängurus können sich überhaupt nicht rückwärts bewegen“ allerdings nicht verstehen. Große Kängurus können beispielsweise beim Kämpfen kleinere rückwärtige Sprünge oder Ausweichbewegungen machen. Eine normale effiziente rückwärtige Fortbewegung wie vorwärts ist ihnen jedoch nicht möglich.
Der kräftige Schwanz ist bei langsamer Fortbewegung ein wichtiger Stützpunkt und wirkt fast wie ein fünftes Bein.


