Welches ungewöhnliche Merkmal besaß Sarcosuchus an der Spitze seiner Schnauze?
Sarcosuchus imperator war ein gigantischer Crocodyliform aus der frühen Kreidezeit Afrikas. Besonders ungewöhnlich war das vordere Ende seiner langen Schnauze: Dort befand sich eine auffällige, verbreiterte Struktur, die als „narial bulla“ bezeichnet wird. Die wissenschaftliche Beschreibung von 2001 nennt diese große Erweiterung ausdrücklich als charakteristisches Merkmal seines Schädels. Die genaue Funktion dieser Bulla ist bis heute nicht sicher bekannt. Schon bei der ursprünglichen Untersuchung wurden Möglichkeiten wie eine Rolle bei der Geruchswahrnehmung oder bei der Erzeugung beziehungsweise Verstärkung von Lauten diskutiert. Sarcosuchus lebte vor ungefähr 110 Millionen Jahren im heutigen Niger. Die von Paul Serenos Team untersuchten Exemplare machten das Tier unter dem Spitznamen „SuperCroc“ berühmt. Die damalige Rekonstruktion kam auf eine mögliche Gesamtlänge von rund 12 Metern, wobei Größenrekonstruktionen fossiler Krokodilartiger grundsätzlich von den verwendeten Proportionen abhängen. Wichtig ist außerdem: Sarcosuchus sah zwar wie ein gigantisches modernes Krokodil aus, gehörte aber zu einer ausgestorbenen Linie der Crocodyliformes und nicht zur heutigen Krokodilgruppe im engeren Sinne. Neuere systematische Untersuchungen ordnen Sarcosuchus in die nähere Verwandtschaft der Tethysuchia ein.
Sarcosuchus besaß an der Schnauzenspitze eine große, rundliche knöcherne Erweiterung, die als nariale Bulla beschrieben wird.


