Was waren die auffälligen „Zähne“ im Schnabel von Pelagornis tatsächlich?
Pelagornis gehörte zu den sogenannten Pelagornithiden oder „Pseudozahnvögeln“. Entlang der Ober- und Unterkiefer saßen zahlreiche spitze Strukturen, die auf den ersten Blick wie echte Zähne aussehen. Mikroskopische Untersuchungen zeigen jedoch, dass sie direkte knöcherne Auswüchse des Kiefers waren. Ihnen fehlten typische Zahngewebe wie Zahnschmelz und Dentin. Zu Lebzeiten waren diese Knochenfortsätze wahrscheinlich von der Hornschicht des Schnabels überzogen. Sie werden deshalb als Pseudoteeth – „Pseudozähne“ – bezeichnet. Eine Untersuchung der inneren Struktur bestätigte, dass es bei diesen Gebilden nichts Vergleichbares zu echten Zähnen gab. Die Strukturen dürften Pelagornis geholfen haben, glitschige Beutetiere wie Fische und Tintenfische festzuhalten. Die Kombination aus einem langen Schnabel und den zahlreichen Pseudozähnen war innerhalb der Vogelwelt außergewöhnlich. Besonders beeindruckend war Pelagornis sandersi. Für diese Art wurde eine Flügelspannweite von ungefähr 6,1 bis 7,3 Metern rekonstruiert. Damit gehörte sie zu den Vögeln mit der größten bekannten Spannweite überhaupt.
Die „Zähne“ von Pelagornis waren keine echten Zähne, sondern knöcherne Fortsätze des Kiefers, wahrscheinlich von einer Hornschicht überzogen.


